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Fremdkörper im Auge: Erste Hilfe gegen Splitter & Co.

Fremdkörper im Auge

Auf der Oberfläche des Auges befinden sich unzählige Nerven. Dementsprechend schnell und heftig spüren wir es, wenn ein Fremdkörper ins Auge gelangt ist. Wie Sie Wimpern, Sandkörner etc. aus dem Auge entfernen können und was bei Splittern oder anderen scharfkantigen Fremdkörpern zu tun ist, erfahren Sie hier!

 

Was versteht man unter „Fremdkörper im Auge“?

„Etwas im Auge haben“, das muss nicht zwingend bedeuten, dass ein oberflächlicher Fremdkörper sichtbar ist. Ist es also theoretisch auch möglich, dass der Fremdkörper hinter das Auge gelangt ist? Und was heißt es, wenn das Augenlid anschwillt?

 

Augenreizung durch Splitter, Wimpern, Sandkörner oder Insekten im Auge

 

Das Auge hat eigentlich einen sehr effizienten Schutzmechanismus gegen äußere Umstände: Sobald etwas hineingelangt, das dort nicht hingehört, fangen wir automatisch an, stärker zu blinzeln. Gleichzeitig wird vermehrt Tränenflüssigkeit produziert, sodass kleinere Fremdkörper in den Augeninnenwinkel wandern und leichter entfernt werden können.

 

In den meisten Fällen liegen Fremdkörper auf der Hornhautoberfläche und haften auf dem Tränenfilm. Das erkennen Sie daran, dass der Fremdkörper beim Blinzeln nicht an derselben Stelle bleibt. Sofern es sich nur um ein Sandkorn oder ein kleines Insekt handelt, heißt es ganz einfach Ruhe bewahren – so ein Fremdkörper lässt sich oft gut entfernen.

 

Der natürliche Schutzmechanismus reicht jedoch nicht immer aus, um den Fremdkörper abzustoßen. Rutscht der Gegenstand zum Beispiel unter das Augenlid, können Entzündungen entstehen.

 

Wenn das Augenlid durch einen Fremdkörper anschwillt

 

Ein Fremdkörper, der unter dem Lid hängenbleibt, reibt konstant auf der Hornhaut. Das ist nicht nur unangenehm, sondern steigert außerdem das Risiko einer Entzündung. Diese wiederum bewirkt eine Schwellung.

 

Wenn Sie vermuten, dass der Fremdkörper festsitzt: Reiben Sie auf keinen Fall die Augen! Dadurch wird die Hornhaut verkratzt und es können bleibende Schäden entstehen. Sollte das Fremdkörpergefühl anhalten und zudem eines oder beide Augenlider anschwellen, suchen Sie bitte umgehend einen Arzt auf.

 

Ein Fremdkörper hinter dem Auge – geht das?

 

Es ist eine weit verbreitete Angst vieler Kontaktlinsenträger: Was, wenn die Linse hinter das Auge rutscht? Sollte Ihnen diese Sorge bekannt vorkommen, können wir Sie beruhigen: Das ist anatomisch nicht möglich.

 

Allerdings kann es theoretisch durchaus passieren, dass ein Fremdkörper hinter das Auge gerät, und mit „hinter das Auge“ ist in diesem Fall der Augapfel gemeint. Dieser Fall kann nur eintreten, wenn mit Gewalt auf das Auge eingewirkt wird.

 

Zerbricht zum Beispiel bei einem Autounfall die Frontscheibe, werden Glassplitter durch die Luft geschleudert und können mit großer Wucht auf das Auge prallen. Dass so ein Splitter dann tatsächlich hinter das Auge wandert, ist nicht unmöglich. Ganz egal, wie der Fremdkörper dorthin gelangt: Er kann und muss operativ entfernt werden.


Fremdkörper im Auge
 

Was tun, wenn man einen Fremdkörper im Auge hat?

 

Nicht immer muss ein Fremdkörper im Auge bedeuten, dass Sie sofort zum Arzt gehen sollten. In harmlosen Fällen können Sie das Problem auch selbst beheben. Gleichzeitig gilt aber: Nehmen Sie die Angelegenheit nicht auf die leichte Schulter – in manchen Situationen sind Sie auf medizinische Hilfe angewiesen.

 

Den Fremdkörper im Auge richtig entfernen: eine Anleitung

 

Wenn Sie den Fremdkörper sehen und sicher sind, dass er nur auf der Oberfläche liegt (z.B. eine lose Wimper), lautet die oberste Regel beim Entfernen: Versuchen Sie nicht, den Fremdkörper auszureiben, sondern wischen Sie ihn stattdessen immer in Richtung Nase aus. Im inneren Augenwinkel ist er viel leichter greifbar als im äußeren. Bewährt hat sich folgendes Vorgehen:

 

  • Fremdkörper unter dem Oberlid:

 

Waschen Sie sich gründlich die Hände und greifen Sie leicht den oberen Wimpernkranz. Ziehen Sie ihn nach unten, sodass die Wimpern unter dem Auge den Fremdkörper aufgreifen können. Alternativ befeuchten Sie ein Wattestäbchen oder eine Ecke eines sauberen Papiertaschentuchs. Heben Sie jetzt das Lid an, schauen Sie nach unten und wischen Sie den Fremdkörper in den Augeninnenwinkel.

 

  • Fremdkörper unter dem Unterlid:

 

Gehen Sie genau wie oben beschrieben vor. Der einzige Unterschied ist, dass Sie statt nach unten in diesem Fall nach oben schauen. Sofern es Ihnen dadurch leichter fällt, lassen Sie sich am besten von einer anderen Person helfen.

 

Bei harmlosen, oberflächlichen Fremdkörpern können Sie es außerdem mit diesem Hausmittel versuchen: Schneiden Sie eine Zwiebel auf und beugen Sie sich so weit darüber, dass die Augen automatisch zu tränen beginnen. Im Idealfall wird allein schon dadurch der Fremdkörper ausgeschwemmt.

 

Sonderfall: Splitter aus dem Auge entfernen

 

Es muss nicht immer der Arbeitsunfall mit Metallspänen beim Schweißen sein – schon kleine Holzsplitter, die bei Renovierungsarbeiten ins Auge gelangen, stellen ein ernsthaftes Risiko für die Sehkraft dar. Denn ein Splitter-Fremdkörper trifft in solchen Fällen meist mit hoher Geschwindigkeit aufs Auge und dringt direkt ein, statt auf der Oberfläche haften zu bleiben.

 

Das muss übrigens nicht einmal schmerzhaft sein. Suchen Sie unbedingt so schnell wie möglich ärztliche Hilfe, wenn Sie vermuten, dass ein Splitter ins Auge gelangt sein könnte. Versuchen Sie auf keinen Fall, den Fremdkörper selbst zu entfernen und berühren Sie das Auge so wenig wie möglich! Am besten ist es, die Augen mit einem sterilen Tuch zu bedecken und sich von einer anderen Person zur Behandlung in die Augenklinik bringen zu lassen.

 

Augen ausspülen: So geht’s richtig

 

Oberflächliche Fremdkörper lassen sich oft mit Wasser ausspülen. Sollten Sie also nicht in das Auge greifen wollen, um die Wimper, das Sandkorn oder die kleine Fliege herauszuholen, können Sie es mit einer Augenspülung versuchen.

 

Nehmen Sie für die Spülung am besten eine Augendusche, wie sie in jeder Drogerie oder Apotheke erhältlich ist. Die Flüssigkeit ist steril verpackt, der Tränenflüssigkeit nachempfunden und hat einen neutralisierenden pH-Wert. Dadurch wird das Auge nicht ausgetrocknet, wie es bei Leitungswasser tendenziell der Fall ist.
Natürlich hat man aber nicht immer so ein Notfall-Produkt parat. Falls also gerade weder eine Augendusche noch eine Flasche stilles Wasser zur Verfügung steht, können Sie die Augen auch mit Leitungswasser spülen (lassen):

 

  • Legen Sie sich auf den Rücken und drehen Sie den Kopf so, dass das Wasser richtig abfließen kann.
  • Halten Sie das Auge mit den Fingern auf.
  • Lassen Sie das Wasser aus ca. 10 cm Abstand von innen nach außen über das Auge laufen.

 

Führen Sie die Spülung möglichst lange durch. 15-20 Minuten dürfen es ruhig sein, um die Oberfläche des Auges gründlich zu reinigen.

 

Achtung: Diese Vorgehensweise bezieht sich auf harmlose Fälle. Sollte bei einem Laborunfall, beim Putzen oder in Kontakt mit sonstigen aggressiven Substanzen etwas ins Auge gelangt sein, brauchen Sie zur Ersten Hilfe eine Augendusche und anschließend schnellstmöglich eine ärztliche Untersuchung.

 

Was, wenn der Fremdkörper im Auge nicht rausgeht?

 

In diesem Fall lautet die beste Lösung ebenfalls: ab zum Augenarzt. Wenn Sie den Fremdkörper erkennen können und er sich nicht bewegen lässt, steckt er womöglich schon mitten im Auge. So können Entzündungen entstehen, die bis hin zur Erblindung führen können. Eine fachmännische Entfernung ist der einzige und unverzichtbare Lösungsweg.

 

Etwas im Auge, aber nichts zu sehen?

 

Das kratzige Gefühl, etwas im Auge zu haben, kennt wohl jeder. Doch wie geht man am besten vor, wenn rein gar nichts im Auge zu sehen ist?

 

Fremdkörper versus Fremdkörpergefühl im Auge

 

Das Gefühl, einen Fremdkörper im Auge zu haben, kann noch bestehen bleiben, wenn der Fremdkörper bereits entfernt wurden. Dahinter steckt dann ein Kratzer an der Hornhautoberfläche (Hornhauterosion); es ist außerdem möglich, dass die oberflächlichen Nerven angegriffen sind. Alternativ kann es sein, dass die Irritation durch den Fremdkörper eine Lidrand- bzw. Bindehautentzündung oder ein Gersten-/Hagelkorn hervorgerufen hat.

 

Auf der anderen Seite ist nicht ausgeschlossen, dass das Kratzen im Auge ganz einfach von Augentrockenheit herrührt. Vor allem im Winter oder bei trockener Büroluft und langer Arbeit am Bildschirm hat man oft das Gefühl, Sand in den Augen zu haben. In so einem Fall empfehlen wir Augentropfen, den Wechsel von Kontaktlinsen zur Brille und Augenübungen.

 

Was tun, wenn der Fremdkörper nicht sichtbar ist?

 

Sollten Sie das Gefühl haben, ein Fremdkörper ist im Auge und dennoch unauffindbar, suchen Sie am besten möglichst bald einen Augenarzt auf. Das ist in so einem Fall tatsächlich der beste Tipp, denn mit jeder Stunde, die man wartet, riskiert man schwerwiegende Schäden an der Hornhaut. In einer Ultraschalluntersuchung kann festgestellt werden, ob und wo das Auge beschädigt ist und wo der Fremdkörper sitzt.

 

Eine ultimative Lösung für Fremdkörper bzw. ein Fremdkörpergefühl im Auge gibt es nicht. Denn letztendlich kann man immer selbst die Situation am besten einschätzen: Gab es vor kurzem eine Situation, in der ein Fremdkörper tief ins Auge gelangt sein könnte? Liegt das Fremdkörpergefühl einfach nur an dem Fahrradausflug, bei dem man eine kleine Fliege ins Auge bekommen hat? Oder hat vielleicht die weiche Kontaktlinse einen Riss, der unangenehm auf der Hornhaut reibt?

 

Nehmen Sie derartige Beschwerden ernst und gehen Sie im Zweifelsfall lieber zu früh als zu spät zum Arzt. Sie haben schließlich nur ein Paar Augen – da lohnt es sich doch, gut auf sie Acht zu geben!

 

 
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