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Hagelkorn am Auge: Diagnose und Behandlung



Als Hagelkorn wird eine häufige Erkrankung des Augenlids bezeichnet, die aufgrund eines Sekretstaus der Talgdrüsen am Lidrand entsteht. Zwar ist es für gewöhnlich harmlos und kaum mit Schmerzen verbunden, aufgrund des ausgeprägten Fremdkörpergefühls wird das gerötete Knötchen am Augenlid dennoch in der Regel behandelt und unter Umständen auch operativ entfernt.  Welche Symptome ein chronisches Hagelkorn hat und wie es behandelt wird, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Ursachen für die Entstehung: Was ein Hagelkorn begünstigt

Das Hagelkorn, medizinisch auch Chalazion genannt, beginnt langsam und schleichend. Oftmals bleibt es für einen langen Zeitraum aufgrund seiner Lokalisierung an Ober- oder Unterlid unerkannt. Obwohl es sich in Ausnahmefällen auch um einen Tumor handeln kann, ist es in der Regel gutartig.

Ein Chalazion entsteht aufgrund eines Verschluss der sogenannten Meibom-Drüsen, die am Rand der Augendrüse sitzen und für die Talgproduktion zuständig sind. Schließen sie sich, staut sich in der Folge Sekret im Inneren an und kleine, entzündliche Knötchen entstehen. Die Schwellung und Rötung wird unter Umständen durch eine Lidrandentzündung zusätzlich verstärkt.

Mehrere Hagelkörner an beiden Augen sind eher ungewöhnlich. Es handelt sich bei einem Hagelkorn zudem nicht um eine ansteckende Erkrankung. Obwohl das Chalazion eher spontan auftritt, gibt es Faktoren, die einen Verschluss der Meibom-Drüsen begünstigen können. Dazu gehören:
  • genetische Veranlagung
  • hormonelle Veränderungen
  • Staub, trockene Luft & Rauch, sodass die Augen gereizt werden
  • unzureichende Hygiene (z.B. bei der Entfernung von Augen-Makeup)
Da die Talgproduktion in vollem Ausmaß erst nach der Pubertät aktiv wird, sind häufiger Erwachsene als Kinder betroffen, wobei ein Hagelkorn grundsätzlich in jedem Alter auftreten kann.



Symptome: Woran man es erkennen kann

Während ein Hagelkorn mit dem Gerstenkorn (Hordeolum) verwandt ist, sind die beiden Beschwerdebilder dennoch nicht miteinander zu verwechseln, da es sich um unterschiedliche Erkrankungen des Auges handelt:

 GerstenkornHagelkorn
Auftretenplötzlich & spontanschleichend
Ursachebakterielle InfektionSekretstau der Meibom-Drüsen
Ansteckungansteckendnicht ansteckend
Schmerzenjanein, aber Fremdkörpergefühl
 
Im Gegensatz zum Gerstenkorn ist ein Hagelkorn also keine Entzündung; entsprechend ist es mit wenig bis gar keinen Schmerzen verbunden. Erste Anzeichen sind kleine Schwellungen und Knötchen am Augenlid, die mit einem Spannungsgefühl einhergehen können.

Im Laufe der Zeit entsteht ein erbsengroßer Knoten, der anfangs aber oft unerkannt bleibt, da Hagelkörner an Ober- und Unterlid versteckt platziert sein können. Auch wenn akute Schmerzen nicht zu den Symptomen gehören, wird ein Hagelkorn häufig als unangenehmer Fremdkörper wahrgenommen und ist darüber hinaus optisch störend.

In einigen Fällen kann eine Schwellung des Augenlids sogar die Sehfähigkeit beeinträchtigen. Entsteht aufgrund des Knötchens eine Reibung von Lid und Bindehaut, wird das Auge gereizt, wodurch die Augen vermehrt tränen und sich eine erhöhte Lichtempfindlichkeit einstellen kann. Normalerweise sind die Symptome auf die betroffene Stelle beschränkt. Schwellungen rings um das Auge sind eher ungewöhnlich für das Auftreten eines Hagelkorns.


Behandlung: Hausmittel, konservative Behandlung & Operation

Ein Hagelkorn verschwindet nicht selten von allein ohne weitere Behandlung. Dennoch gibt es verschiedene Behandlungsansätze, die dazu beitragen können, dass das unangenehme, aber ungefährliche Knötchen möglichst schnell abheilt. Sollte es auch nach einigen Wochen nicht abgeheilt sein oder zu schmerzen beginnen, ist ein Arztbesuch angeraten.

Achtung: Das Hagelkorn darf auf keinen Fall selbst geöffnet werden, da die Gefahr einer Keimverschleppung sehr hoch ist.


Hausmittel


Das Mittel der Wahl gegen Hagelkörner ist eine Wärmebehandlung, wobei es äußerst wichtig ist, entsprechende Hygienemaßnahmen zu beachten. Zweimal täglich können für 10-15 Minuten warme Kompressen auf die Augen aufgelegt werden. Bevorzugt werden dafür Einwegkompressen verwendet, die mit heißem, abgekochtem Wasser befeuchtet werden. Tee, beispielsweise mit Kamille, ist nicht geeignet, da hier die Gefahr einer bakteriellen Infektion oder einer allergischen Reaktion besteht.

Auch die trockene Wärme einer Rotlichtlampe kann den Heilungsverlauf unterstützen, wobei darauf zu achten ist, ausreichend Abstand zur Lampe einzuhalten und die Augen geschlossen zu halten. Ebenso wie leichte Massagen des betroffenen Gewebes dient die Wärmebehandlung dazu, den Verschluss zu lösen, sodass Sekret abfließen kann.


Homöopathie


Homöopathische Heilmittel können den Heilungsverlauf unterstützen. Staphisagria, das auch zur Behandlung eines Gerstenkorns zum Einsatz kommt, kann dabei ebenso eingenommen werden wie Apis, das abschwellend wirkt.


Salbe & Augentropfen


Eine Augensalbe kann helfen, die Schwellung zu reduzieren, und gleichzeitig Entzündungen des Lidrandes zu hemmen. Augentropfen können ebenfalls verschrieben werden, insbesondere dann, wenn auch die Bindehaut gereizt ist. Tritt zusätzlich eine bakterielle Entzündung auf, können in seltenen Fällen eine antibiotische Augensalbe oder Antibiotika in Tablettenform angeraten sein.


Operation


Wenn konservative oder pflanzliche Behandlungsansätze keine Wirkung zeigen, kann der Augenarzt als letzten Ausweg zu einem kleinen operativen Eingriff raten: In lokaler Betäubung wird dabei das Hagelkorn entfernt und im Anschluss routinemäßig an ein Labor für einen histologischen Befund geschickt, um abzuklären, ob es sich unter Umständen um einen (gut- oder bösartigen) Tumor handelt.


Krankheitsverlauf & Prognose: Wie lange dauert es, bis ein Hagelkorn abheilt?

Für gewöhnlich heilt ein Hagelkorn ohne Komplikationen ab und verschwindet häufig von allein. Sollte der Krankheitsverlauf sich verzögern oder schmerzhaft werden, ist ein Besuch beim Augenarzt ratsam.

Wenn Hagelkörner in regelmäßigen Abständen wiederkehren, ist es einerseits wichtig, auf entsprechende Hygiene zu achten. Vor allem müssen Augenlid und Wimpernkranz Abend für Abend sorgfältig gereinigt werden. Andererseits gilt es, weitere Erkrankungen wie eine seltene Immunschwäche oder ein Diabetes mellitus abzuklären.
 

 
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