loading image
iClinic deutsche Augenklinik Bratislava bei WienTÜV ZERTIFIKATMenu  
Neuigkeiten

Neuigkeiten aus der iClinic

5 Augentrainingstipps bei (Alters-)Weitsichtigkeit

5 Augentrainingstipps bei (Alters-)Weitsichtigkeit

In die Ferne sehen ist kein Problem, aber alles in unmittelbarer Nähe verschwimmt: Wer dieses Problem kennt, leidet unter Weitsichtigkeit. Aber müssen Sie bei (Alters-)Weitsichtigkeit zwingend Brille oder Kontaktlinsen tragen oder helfen vielleicht tatsächlich die Übungen, die der amerikanische Augenarzt William Bates 1920 festlegte, wieder scharf zu sehen? Hier finden Sie 5 einfache Übungen und alles Wissenswerte zu Weitsichtigkeit!

Altersweitsichtig oder weitsichtig?

Grundsätzlich unterscheidet man bei Weitsichtigkeit zwischen Hypermetropie und Presbyopie. In ersterem Fall handelt es sich um Weitsichtigkeit, die als Sehfehler schon in jungen Jahren auftreten kann. Sie ist das Symptom eines zu kurzen Augapfels, einer zu geringen Brechkraft der Augenlinse oder einer Kombination aus beidem. Als angeborener Sehfehler ist Weitsichtigkeit nicht so häufig wie Kurzsichtigkeit, aber dennoch vielen Betroffenen nur zu gut bekannt.

Die Presbyopie hingegen meint Altersweitsichtigkeit und ist letztendlich eine natürliche Konsequenz des Älterwerdens. Auslöser ist in diesem Fall vor allem die Augenmuskulatur, genauer gesagt der Ziliarmuskel. Er umgibt die Augenlinse kreisförmig und sorgt durch Kontraktion dafür, dass die Linse ihre Form ändert. Kann sie dies uneingeschränkt tun, wird auch die Brechkraft nach Bedarf angepasst und man sieht unabhängig von der Distanz scharf. Im Alter jedoch verlieren die Ziliarmuskeln an Elastizität.

Ein geschwächter Ziliarmuskel in Kombination mit einer Augenlinse, die im Lauf der Jahre zunehmend verhärtet, bedeutet im Wesentlichen: Es fällt dem Auge zunehmend schwerer, die Linse zu verformen und damit die Brechkraft auf kurze Distanzen anzupassen.

Dieser Prozess kann schon ab einem Alter von 35 Jahren schleichend einsetzen. Er lässt sich zwar nicht vollständig aufhalten, aber doch zumindest hinauszögern, glaubt man der Theorie von William Bates. Hier lautet die Lösung nämlich Entspannung der Augenmuskulatur und gezieltes Training der Ziliarmuskeln. Im Folgenden finden Sie einige der Übungen erklärt.

Was Sie über Übungen gegen Weitsichtigkeit wissen sollten

Bates‘ Ansatz zielt darauf ab, die Augenmuskulatur zu stärken und ist damit durchaus sinnvoll. Allerdings lässt sich auch die Tatsache nicht abstreiten, dass keine fundierten wissenschaftlichen Belege existieren, welche die Wirksamkeit von Augentraining bei Weitsichtigkeit bestätigen.

Fest steht: Es schadet ganz bestimmt nicht, mehrere Male täglich und über einige Wochen hinweg immer wieder Augenübungen zu absolvieren. Denn eine gute Durchblutung und höhere Sauerstoffversorgung sind der Augengesundheit alles andere als abträglich.

Allerdings sollten Sie die Übungen nicht als Wunderkur oder Allheilmittel verstehen, denn eine Sehschwäche „wegtrainieren“ ist nicht möglich. Schließlich lässt sich leider weder eine zunehmend verhärtende Augenlinse noch ein angeborener anatomischer Fehler im Auge durch gestärkte Muskulatur rückgängig machen.

Die folgenden Übungen sind also vielmehr ein Mittel, gegebenenfalls die Altersweitsichtigkeit hinauszuzögern und allgemein die Augengesundheit zu verbessern. Aus dieser Perspektive spricht nichts dagegen, den Augenübungen bei Weitsichtigkeit eine Chance zu geben und gezieltes Blicktraining zu betreiben.

5 einfache Übungen bei Weitsichtigkeit im Alter

Augenübungen müssen nicht zwingend passiv sein: Auch der ganze Körper kann miteinbezogen werden, wie die erste Übung zeigt. Natürlich können Sie die Übungsvorschläge auch anwenden, wenn Sie tagsüber oft müde Augen haben, denn Sie brauchen dafür weder viel Zeit noch eine spezielle Ausrüstung.

1.Gähnen und Dehnen

Bei dieser Übung versorgen Sie den ganzen Körper und vor allem die Augenmuskulatur mit Sauerstoff. Zudem fördern Sie die Bildung von Tränenflüssigkeit, sodass die Augen wieder besser befeuchtet werden.

Stellen Sie sich aufrecht hin und blicken Sie gerade nach vorne. Heben Sie nun den rechten Arm und folgen Sie mit dem Blick den Fingerspitzen. Atmen Sie tief durch den Mund aus und heben Sie die linke Ferse leicht an, sodass Sie im ganzen Körper einen Dehneffekt spüren.

Schon bald werden Sie vermutlich das Bedürfnis verspüren zu gähnen. Tun Sie das ausgiebig und verziehen Sie dabei ruhig das Gesicht, so sehr Sie möchten, um die Muskulatur zu lockern. Den gleichen Ablauf wiederholen Sie nun auf der anderen Seite und wechseln Sie insgesamt vier- bis fünfmal ab. Achten Sie darauf, immer tief ein- und durch den Mund auszuatmen, nach Belieben auch mit einem Geräusch verbunden.

2.Fokussieren

Indem Sie einen unterschiedlichen Fokus anvisieren, trainieren Sie die Fähigkeit der Linse, die Brechkraft an unterschiedliche Distanzen anzupassen. Strecken Sie dafür einen Arm aus und richten Sie den Daumen nach oben. Richten Sie Ihren Blick auf diesen Daumen und führen Sie den Arm langsam in Richtung Gesicht und wieder davon weg.
Auf diese Art „zoomen“ Sie mehrere Minuten lang den Daumen immer wieder zu sich hin bzw. weg. Versuchen Sie, den Blick ganz auf diesen einen Punkt zu konzentrieren und die unterschiedlichen Distanzen bewusst zu erkennen.

3.Palmieren

Beim Palmieren können müde, gereizte Augen kurz entspannen. Reiben Sie einfach die Handflächen aneinander, um sie anzuwärmen und legen Sie sie über die geschlossenen Augen. Der Hauptzweck ist es, Dunkelheit zu schaffen. Berühren Sie möglichst nicht die Lider und lassen Sie die Hände für 5-10 Minuten auf den Augen.

Falls Sie nicht so viel Zeit haben, funktioniert das Palmieren auch schon, wenn Sie es nur 30-60 Sekunden pro Stunde kurz durchführen. Eine Pause – und sei sie noch so kurz – schadet den Augen nie, vor allem, wenn man lange Tage mit Bildschirmarbeit verbringt.

4.Akkomodieren

Diese Übung zielt darauf ab, den Ziliarmuskel zu stärken, damit die Linse länger flexibel bleibt und die Brechkraft dementsprechend besser angepasst werden kann. Im Wesentlichen geht es darum, den Blick auf verschiedene Distanzen zu trainieren.

Strecken Sie einen Arm so weit vom Körper weg, dass der ausgestreckte Zeigefinger etwa 15-20 cm von Ihrem Gesicht entfernt ist. Richten Sie den Blick zuerst auf einen Punkt in der Ferne, den Sie klar erkennen können, und führen Sie ihn dann zurück zum erhobenen Zeigefinger. Versuchen Sie, mehrere Minuten lang immer wieder diesen Distanzwechsel durchzuführen.

5.Augenkreisen

Auch diese Übung dient dazu, die Augen mit Sauerstoff zu versorgen und die Augenmuskulatur zu stärken. Setzen Sie sich entspannt hin und schließen Sie die Augen. Nun rollen Sie für etwa eine halbe Minute die Augäpfel von rechts nach links und wieder zurück. Öffnen Sie die Augen und warten Sie, bis sie sich wieder entspannt anfühlen.

Schauen Sie nun für weitere 30 Sekunden abwechselnd nach oben und unten und wiederholen Sie dann mit geschlossenen Augen die kreisende Bewegung, diesmal von links nach rechts. Wenn Sie möchten, können Sie anschließend noch einmal den Wechsel zwischen oben und unten durchführen.

Fazit: Weitsichtigkeit kurieren oder vorbeugen?

Übungen wie diese gibt es noch in vielen anderen Ausführungen. Sie alle können Wunder wirken, wenn sich die Augen gereizt anfühlen – allerdings laut bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht, wenn Sie eine Sehschwäche rückgängig machen wollen. Als vorbeugende Maßnahmen, um zumindest die Altersweitsichtigkeit hinauszuzögern, sind die Übungen aber durchaus eine gute Idee.

Bei einer sehr stark ausgeprägten Weitsichtigkeit sollten Sie aber lieber mit einer Sehhilfe gegensteuern und dem Rat von Experten folgen. Auch operative Behandlungsmöglichkeiten könnten eine dauerhafte Lösung sein und die Lebensqualität deutlich erhöhen. Weitsichtigkeit ist ohne Frage störend – aber nicht zwingend ein Faktor, mit dem Sie sich für immer abfinden müssen!

 
Zurück nach oben
Schreiben
sie uns